Das war die Dark Emergency 5

Die Dark Emergency V ist vorbei und wir waren vor Ort. Der erste Bericht unseres neuen Mitglieds ist direkt sehr umfangreich und professionell geschrieben. Rolang aka. Eagle hat aus Sicht eines Organisators und Spielers das Event betrachtet und euch einige schriftliche Eindrücke mitgebracht:

 

Das muss ja ein riesen Spektakel werden, die Airsoft Helden veranstalten zum 5. Mal ihr Aushängeschild die Dark Emergency. Das darf man sich ja eigentlich gar nicht entgehen lassen. Bisher habe ich dieses Event gemieden, weil ich nichts Anderes als ein überdimensioniertes Speedgame und konsumorientierte Rahmenbedingungen vermutet habe. Das sind nicht gerade die Sachen die ein Event für mich interessant machen.

Jubiläum, da erwartet man eine Menge was einem auf dem ehemaligen Militärstützpunkt Mahlwinkel geboten wird.

So entschied ich mich dieses Jahr den Airsoft Helden einen Besuch abzustatten. Da große Events alleine keinen Spaß machen bildete sich ein Zusammenschluss aus den Angry Unicorns, der Talon Company, dem PMC Wolfskin, dem AKW, S.I.Y.N und den Black Knights und wir belegten den Juliette Zug der KGG.

Zuerst stellte ich mir die Frage was nehme ich alles mit, schnell war klar das es Unmengen werden, lediglich die Leistungsgrenzen der Primärbewaffnung machte mir Kopfzerbrechen. Nach dem Lesen des Regelwerks standen 1.7 Joule als Obergrenze fest, diese wanderte aber bis zum Start der DE auf 1.87 Joule hoch.

Nach Wochen der Vorbereitung konnte es endlich losgehen, zugegeben, es wurde wie immer kurz vor knapp gepackt und gehofft nichts zu vergessen. Am 17.05.2017 um 06:00 Uhr morgens ging es für mich los. Teamkameraden abholen, Mietwagen abholen, beladen und dann nach Mönchengladbach fahren und mit der Talon Company treffen. Alsbald machten wir uns auf die 500 km fahrt in einer Kolonne hinter uns zu bringen.

Kurz vor Öffnung der Tore kamen wir am Eingang an, oder besser gesagt in der langen Schlange vor dem Tor. Wir hatten noch 1,5 km bis zum eigentlichen Einlass und richteten uns auf eine lange Wartezeit ein, überraschender Weise ging der Einlass recht zügig und wir befuhren das Gelände um kurze Zeit später in der nächsten Schlange zu stehen. Nun wurden unsere Tickets und Personalausweise kontrolliert, das ganze in einer simulierten Checkpoint Situation. Das eingesetzte Personal gab sich Mühe uns auf das Event einzustimmen. Das einzige was mir dabei nicht so schmecken wollte war der Schütze in der Sandsackstellung der die ganze Zeit auf mich zielte. Ich fragte mich was er wohl machen würde, wenn wir in diesem Ministau durchdrehen würden und mit unserem Wagen versuchen durchzubrechen, würde er unseren Wagen mit 6mm Maismehlkügelchen stoppen?

Nachdem wir auch diesen Kontrollpunkt hinter uns gelassen hatten ging es weiter mit der Anmeldung, diese ging auch recht zügig und wir konnten weiter zum Zeltplatz, den wir uns reserviert hatten. Wir wollten unser riesiges Domizil von 80m² beziehen, da kam der erste Unmut auf, wir hatten uns total verschätzt und so kam der Gedanke auf das die angebotenen 80qm² nicht gegeben sind. Nach ausmessen der Fläche wurde uns schnell klar das wir uns einfach nur verplant haben. Jedoch muss man erwähnen das wir nicht die einzigen waren die dieses Gefühl hatten und es tatsächlich Parzellen gab die nicht die angegebenen 80qm² erreichten.

Wenn man schon Geld für einen reservierten Zeltplatz bezahlt, erwartet man auch das die gemietete Fläche der versprochenen Größe entspricht, daraus entsteht auch meine Bitte an den Veranstalter, vergrößert die Parzellen oder bietet verschiedene Größen an, nehmt von mir aus mehr Geld pro Parzelle aber auf 80qm² kriegt man mit viel Gequetsche ein 8 Personen Zelt und 2 Pavillons, für größere Teams ist das echt zu wenig.

Nachdem alles aufgebaut war wurde der Marktplatz und die Infrastruktur besichtigt. Die Sanitären Anlagen übertrafen meine Erwartungen und waren mehr als ausreichend für ein Airsoftevent, der Marktplatz war natürlich noch ziemlich leer und in der Aufbauphase, schließlich war ja auch erst Donnerstag der richtige Start des Events. Den Rest des Tages verbrachte ich mit pflegen von Kontakten und dem Einrichten meiner Unterkunft. Das Chronen darf natürlich nicht vergessen werden, es lief reibungslos ab und ich habe insgesamt keine 2 Minuten am Chronostand verbracht um meine 4 Airsoft Chronen zu lassen. Lediglich die Ergebnisse sorgten für ein bisschen Unmut bei mir. Laut Regelwerk gab es verschieden Klassen. Bis zu einem Joule wurden alle mit einem weißen Kabelbinder gekennzeichnet, alles darüber bis 1,87 mit einem grünen. Da man ja seine Leistungswerte kennt war ich darauf vorbereitet mit drei grünem und einem weißen Kabelbinder davonzuziehen. Doch selbst meine 0,8 Joule VFC 416 wurde grün markiert, was bedeutete, dass ich eine Backup nutzen muss und einen Sicherheitsabstand von 10 m habe. An und für sich kein Problem, die Chronocrew gab an das sie diese mit 1,1 Joule gechront haben. Rechnet man diese 0,3 Joule Differenz zu den bisher gemessenen Werten auf meine anderen Airsofts drauf, hätte meine ICS M4 2,17 Joule und wäre somit über der Joulegrenze, aber auch sie bekam einen grünen Kabelbinder und hatte damit die selben Auflagen wie die deutlich schwächere 416. Ich gehe davon aus das der verwendete Chrono falsche Werte geliefert hat.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen des Überlebens, bei bombastischen Wetter mit unerträglicher Hitze beschränkte ich mich auf soziale Kontakte und Aufnahme von Flüssigkeit. Da auch an diesem Tag noch nichts anstand konnte man den Festivalcharakter dieses Events genießen und den Tag entspannt verbringen.

Freitags ging es dann endlich los mit dem Hauptgrund meiner Anwesenheit, dem spielen. Ich gehe nicht auf den Spielverlauf ein, da dies natürlich durch meine eigenen Ansichten geprägt wäre.

Typisch für Airsoftler konnte es natürlich nicht pünktlich losgehen. Wir starteten an diesem Tag im Vorposten der KGG und erfüllten unsere Aufgaben. Die größten Ärgernisse an diesem ansonsten von Hitze und lustigen Larp-Anteilen geprägten Tag waren die üblichen Highlander und Spieler die das Skalpsystem umgehen wollten, die Marshalls die Spieler fragten was jetzt gerade Phase ist vergessen wir einfach mal. In diesem musste man nach einem Hit für 2 Minuten abhocken und der Gegenspieler hatte die Möglichkeit sich den Lebensring des getroffenen zu holen. So kam es vor dass Spieler direkt abhauten, ihre Lebensringe versteckten oder wie in meinem Lieblingsfall, eine Junge Dame einen Spieler darauf verwies das er sie doch durchsuchen könne. Jetzt hätte eine Medic-Schere echt mal Sinn gemacht.

Durch die Hitze die herrschte befanden sich viele Spieler in den Spawns oder waren schon zum Zeltplatz zurückgekehrt. Dazu konnte der eingerichtete Pendelverkehr mit den Bussen in Anspruch genommen werden. Ich persönlich habe an dem Tag zwei Fahrten der Busse gesehen und entschied mich per Fuß Bus circa 30 Minuten vor Spielende zum Zeltplatz zu gehen.

Die Abwesenheit von vielen Spielern gab mehr Raum für Larp, mir persönlich gefiel das sehr gut und so kam es dazu das ich auf eine Biggame am ersten Tag sage und schreibe 90 BB´s verschossen habe.

Der zweite Spieltag begann für uns am HQ der KGG, wie so oft spaltet sich die Meinung der Anwesenden über den Spaß an beiden Tagen. Die Highlanderei ging so weit das selbst Spieler mit blutigen Gesichtstreffern nicht zugaben getroffen zu sein, die Orga sanktionierte sehr einseitig und stand teilweise mit mehreren Verantwortlichen unmittelbar daneben während Regelverstöße begangen wurden. Eine beinahe Schlägerei aus einer Diskussion heraus musste ich verhindern obwohl 15 m weiter 3 Orgas standen.

Trauriges Highlight war eine körperliche Auseinandersetzung zwischen einigen Spielern. Die Umstände sind mir unbekannt und die Folgen auch, ich habe lediglich mitbekommen das die Orga sehr bemüht war dies aufzuklären und dafür auch laufende Gefechte unterbrochen hat um Befragungen durchzuführen.

Allerdings wurde auch durchgehend für Lacher in unserem Zug gesorgt, ein Zugführer eines anderen Zuges, nennen wir ihn Seargent Superfly, war stetig bemüht uns und seinen eigenen Zug in den schnellen Tod zu führen und dabei gut auszusehen. Taktische Finessen die von anderen durchgeführt wurden, beanspruchte er gerne für sich. Seine Meisterleistung allerdings war in das erreichen von 100 Punkten für eine Sondermission die er mit 2 Zügen durchführte. Dafür übernahmen halt 7 Mann die Abwehr eines gerade laufenden Angriffs auf unser HQ. An diesen Umständen kann man ausmachen das die Wahl des Zugführers durch die Orga einen sehr großen Einfluss auf den Spielspaß eines einzelnen haben kann.

Betrachte ich die beiden Tage von der spielerischen Seite her, ist es tatsächlich nur ein riesiges Speedgame mit kleinen Larpanteilen, betrachte ich die Organisation der Rahmenbedingung denke ich mir das bei allem wirtschaftlichen Denken der Veranstalter ruhig auch etwas mehr im Sinne der Kunden denken könnte (reservierte Zeltplätze). Bei der Begleitung und Lenkung des Spiels sehe ich noch deutlichen Verbesserungsbedarf, gerade was die Durchsetzung von Regeln angeht.

Der Samstag endete mit dem gewohnten Rahmenprogramm mit Verlosung etc., ein optisches Highlight waren diesmal nicht die leicht bekleideten Damen auf der Bühne, sondern das von Platinbox herrlich „Holy Festival of Airsoft“ Spektakel welches auf dem Zeltplatz stattfand. Irgendjemand kam auf die Idee seinen nicht genutzten Rauch zu zünden, diesem Gedanken folgten immer mehr und es dauerte keine 10 Minuten und der gesamte Zeltplatz war in einen bunten Nebel gehüllt. Leider vertrugen einige Gäste dies nicht und mussten Medizinisch versorgt werden.

Sonntags wurde abgebaut und die Heimreise angetreten. Diese habe ich genutzt um mir selbst einige Fragen zu stellen?

War es das Geld wert?

Nein, für diesen Preis hätte ich definitiv mehr Orgatätigkeit und Präsenz erwartet.

Fahre ich nochmal hin?

Ja, aber unter anderen Voraussetzungen und mit anderen Erwartungen.

Alles in allem hatte ich eine tolle Zeit mit Freunden, habe viele neue Bekanntschaften geschlossen und weiß nun, dass man auf der Dark Emergency auf seine Kosten kommen kann, wenn man seine Erwartungen auf ein Speedgame beschränkt. Über das Bühnenprogramm kann ich leider nichts berichten, dieses habe ich gemieden da ich mir für eine Gratiscap oder Shirts nicht antun möchte wie sich Leute selbst feiern und am nächsten Tag gegen ihre eigenen Aussagen verstoßen.

 

Gruß, Eagle

 

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

CAPTCHA *