Ein Tag hinter Gittern

Etwas später als sonst, wollen wir euch heute eine Review von Phil präsentieren. Er hatte einen langen und erlebnisreichen wie auch schönen Tag hinter Gittern, aber lest selber:

Entgegen den meisten Spielern, machte ich mich am 02.04.2017 alleine auf den Weg zu einem ungewissen und interessanten Spiel in den Niederlanden. Am Vorabend hatte ich bereits meine ATAC-FG Ausrüstung zusammen gepackt und ins Auto geschmissen. Da meine eigene ASG leider doch etwas länger in der Werkstatt verbringt als geplant, habe ich am Freitag noch schnell eine Ersatzwaffe aus dem Conos Store in Mülheim erhalten und war somit gerüstet. Hier nochmal vielen Dank an die schnelle und unproblematische Hilfe an das CONOS STORE Team Mülheim a.d. Ruhr.

Ein mulmiges Gefühl überkommt mich, als am Sonntag um 06:00 Uhr der Wecker klingelt. Dieses Wochenende geht es zu meinem niederländischen Team, welches ich noch nicht komplett kenne und selbst die Personen die ich kannte habe ich über ein halbes Jahr nicht gesehen. Wer meine Beiträge bei Facebook verfolgt hat, weiß wie ich mich gefühlt habe fast 2 Stunden bei Nebel, im Halbschlaf und 120 km/h über die Autobahn Richtung Utrecht (NL) zu fahren.
Nachdem ich die Autobahn verlassen habe werde ich von meinem Navigationsgerät durch wenige größere Straßen geführt, bis die Straße immer enger wird. Am Ende der letzten Straße wo gerade ein Auto durchpasste, steh ich vor einem Gebäude, welches durch eine Schranke gesichert war. „Bin ich hier richtig?“ dachte ich mir, bis schlussendlich jemand zur Schranke kommt und mir diese öffnete. Das Auto konnte ich direkt vor dem Eingang parken nachdem ich nett begrüßt wurde. Da schon zwei Leute von meinem Team Gaijin Ichizoku vor Ort waren, gesellte ich mich daneben. Man kam ein wenig ins Gespräch und alle waren auf den Rest des Tages gespannt.

Direkt nachdem wir in das Gefängnis betreten durften und ich an der Pforte vorbei war verspürte ich wieder ein mulmiges Gefühl in der Magengrube. Von hier geht es einmal quer durch den Zellentrakt zu unserem Aufenthaltsraum mit Ausblick auf den Innenhof. Wer den Livestream auf Facebook verfolgt hat, den ich nach Ankunft gemacht habe, sieht in meinem Gesicht das ich selbst ein wenig platt bin. Die Ungewissheit ob sich der Preis wirklich gelohnt hat (75,00€ Startgeld), ob wir mit 10.000 Schuss den Tag auch nur zur Hälfte hinbekommen, ob nur dieser eine Zellentrakt bespielbar sein wird usw.

Nach und nach trudelten alle Team Mitglieder aus beiden Teams ein. Aus allen Ecken der Niederlande trafen sich unsere Leute um diesen besonderen Tag miteinander zu gestalten. Als alle Spieler anwesend waren, wurden wir zum Frühstück in die „Kantine“ gebeten. Ein Frühstück bestehend aus frischer Wurst, Brötchen, Kaffee, Wasser und weiteren Basics war bereits für uns hergerichtet worden. Da ich für meinen Teil ein Frühstücksmuffel bin, ging ich zurück in das eigentliche Gefängnis und machte noch ein paar Fotos vorab.

Nun ging es zur spannenden Sache über. Uns wurde das gesamte Spielfeld gezeigt und wir waren alle sehr überweltigt und freuten uns schon sehr auf unser gemeinsames Spiel. Hinter jeder Tür wurden die Augen größer, da es schien das Spielfeld würde nie aufhören. Hier ging man eine Treppe runter und war im Innenhof, dort öffnete man eine Tür und stand in einer Sporthalle und die nächste Tür führte dann in einen weiteren kleinen Zellentrakt. Es war wirklich unglaublich und interessant zugleich. Man läuft durch ein Gefängnis wo Leute richtig gesessen haben. Das Gefühl ist ähnlich mulmig gewesen wie bei meinem ersten Spiel vor ca. 7 Jahren in der „Kent School Hostert“ und das war schon echt merkwürdig.
Anschließend ging es dann wieder in den Aufenthaltsraum zum ankleiden und munitionieren. Alles vollstopfen was man hat, darauf achten das man nicht über 1000 Schuss pro Person kommt und möglichst wenig Kugeln auf dem Boden landen (da ich es anders gewohnt bin, sah mein Platz dementsprechend nachher aus :D). Das erste Spiel war ein klassisches Team-Deathmatch. Anfangs wurden wir sowas von überrannt, das wir kaum noch aus unserem Spawn gekommen sind. Nachdem wir uns aber alle zurecht gefunden hatten, folgte ein angenehmes Gleichgewicht in der Abschussfolge, sodass wir uns schnell behaupten konnten und das TEAM TSO wusste, mit uns ist nicht zu Spaßen.

Die Mittagszeit brach an und somit auch der allgemeine Hunger. Erneut konnten wir zur Kantine gehen und essen was und wieviel wir wollten. Drei verschiedene Brötchensorten, Wurst, Salat, Mayo, Frikandellen, Fleischkroketten und Getränke standen bereit für uns. Was ich absolut positiv anmerken muss: Es gab wirklich richtig leckeres Essen und dazu wirklich gesunde Getränke. Redbull o.ä. suchte man vergebens. Stattdessen gab es hochwertigen Apfel- und Orangensaft. Es war wirklich ein Genuss und man merkte worin man sein Geld angelegt hatte.

Nach der Mittagspause ging es zurück ins Spiel. Das Spiel wechselte von einem Missionsspiel ins Nächste bis wir dann „Rush“ spielten. Rush war hier ein sehr interessantes und auch sinnvolles Szenario. Ein Team muss das andere an verschiedenen Stützpunkten überrennen. Schwer zu beschreiben wie viel Spaß wir bei der Hin- und Rückrunde hatten. Alles in allem ging der Tag dann allmählich in die Knochen und zu Ende. Ich habe bereits um 16 Uhr meine Sachen angefangen einzupacken um noch ein wenig Zeit mit der Familie verbringen zu können. Andere mussten auch noch zwei bis drei Stunden Auto fahren um die Familie einzusammeln um dann den Abend zu Hause genießen zu können und die blauen Flecken begutachten zu können.

 

Fazit:

Es war ein gelungener Tag, man ist VOLL auf seine Kosten gekommen. Durchweg waren alle Spieler fair und ein Vorbild an Verhalten für so manch einen auf meiner Seite der Grenze. Das Team TSO kann sich glücklich Schätzen eine solch exklusive Anlage nutzen zu können. Wenn ich könnte würde ich sofort wieder hin fahren, leider ist unser Team für dieses Jahr raus.

Die Spiele finden nur vier mal im Jahr statt, die ersten beiden Spiele sind bereits gelaufen. Auch euer Team kann sich bei TSO bewerben für ein Spiel im Gefängnis, ihr solltet jedoch taktisch und fairer Verein sein. Sonst kommt ihr nachher vielleicht nicht mehr raus aus dem Gefängnis 😉

Vielen Dank an:

Team TSO, Team Gaijin Ichizoku, Die Marshalls, Gevangenis Utrecht

About Philip

Philip sammelt seit 2010 Erfahrungen im Airsoft Bereich und gründete mehrere Non-Profit Unternehmen. Bis 2011 war er nebenberuflich als begeisterter DiscJockey in verschiedenen Clubs Deutschlands und den Niederlanden unterwegs. Die Begeisterung zum Schreiben und der Kommunikation über Internetseiten und Social Media bewegten ihn dazu im Jahre 2017 Combat-AS zu gründen.

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