E&L AKS-74 MN im Review bei Olli

AK´s, AK´s, nichts als AK´s… Nachdem wir euch letzte Woche ein “Einsteiger-Modell” vorstellen konnten, kommen wir diese Woche zur gehobenen Klasse.

Kurzes Vorwort

Heute stellen wir euch die AKS-74 MN von E&L vor, zur Verfügung gestellt durch Shop-gun.de. Das “AKS-74 MN” steht für folgendes: S= “skladnoj” bedeutet “Klappschaft/zusammenklappbar”, M= “Modernisirowanny” heißt “modernisiert” (Plastikschäftung, bzw im Falle der AKM ein modernisierter Reciever im Blech-Präge-verfahren), N= “notschnoj” steht für “Nacht”. Montageschiene für Nachtsichtviser (oder andere Visiere, es ist jedenfalls eine Dovetail-Mount angebracht).

Kurz zum Shop: Der Laden ist relativ frisch am Start und setzt sich durch aktive Spieler zusammen. Die Jungs scheinen ihr Fachgebiet zu kennen und machen durch ihre freundliche und umgängliche Art auf sich aufmerksam. Genug der Schleichwerbung, kommen wir zum Wesentlichen. E&L oder ausgeschrieben Emei Landarms ist ein Hersteller aus China, der es sich zur wesentlichen Aufgabe gemacht hat möglichst realistische AK´s als AEG zu produzieren. Laut Hersteller werden viele der verbauten Teile in den gleichen Werken und Werkzeugen hergestellt in denen auch das reale Vorbild produziert wird. So erhalten die Teile auch ein besonderes “Finish”, welches bei anderen AEG´s nicht zu finden ist.

.Technischen Details

Aber der Reihe nach, zuerst die Technischen Daten der AKS-74 MN.
Magazin Kapazität liegt bei 120 BB´s
Energie liegt bei ca. 1,6 J
Länge beträgt 73 cm (eingeklappt) und 95 cm (ausgeklappt).
Gewicht 3,6 kg
Lauflänge 475 mm und verbaut ist eine AK-typische Gearbox der Version 3 (ab Werk verstärkt).
Und der Preis liegt bei 410 €

Lieferumfang

Im Lieferumfang sind neben der Waffe und dem Magazin noch 0,28er Bio-BB´s zum Testen, ein Fläschchen für Öl und ein Laufreinigungskit –.
was ich nebenbei bemerkt, ziemlich cool finde. Dummerweise dient es mehr zum Gesamteindruck, da der Laufreinigungsstab nicht in den 6 mm Lauf passt. Ebenfalls beiliegend ein mini-Werkzeug für AK´s, zum Einstellen des Frontvisiers und anderen Funktionen die ich nicht kenne. Ich bin leider kein AK-Experte und konnte bisher noch keine reale zerlegen oder schießen. Schon beim auspacken hat man den ersten WOW-Effekt. Die Waffe wird scheinbar ab Werk eingeölt und es riecht beinahe so, als wenn man gerade eine scharfe Waffe geliefert bekommen hat. Diese Erfahrung habe ich bisher bei noch keinem Airsoft-Gewehr gehabt. Erstmal durch diverse Aufkleber und Patches gekämpft, vielen Dank dafür an dieser Stelle, heben wir die AKS-74 MN aus der Form und der 2. WOW-Effekt bahnt sich an. Was ein Gewicht!! Als erstes ziehe ich den Ladehebel und kontrolliere, ob man mir nicht aus versehen eine scharfe AK geschickt hat. Aber nein, es ist wirklich eine AEG – das schindet Eindruck. Dadurch das viele Stahlteile verbaut wurden, bringt die AKS-74 MN ein stattliches Gewicht von 3600 Gramm auf die Waage. Hört sich erstmal nicht viel an, aber im Vergleich zur TM, G&G oder Cyma AK spürt man den Unterschied deutlich.

Der erste Eindruck

Leider ist die AKS-74 MN dadurch das es sich um einen Stahllauf handelt leicht kopflastig. Man gewöhnt sich zwar recht zügig daran, trotzdem für ein Sturmgewehr eher ungewohnt in Zeiten von Plastik AEG´s wie Lonex, Ares Amoeba und Co. Der Trend geht eher zu leichten AEG´s könnte man meinen. Hier hat man eher das Gefühl das man die AKS-74  zur Not zweckentfremden kann, um damit die Scheiben vom Auto zu zertrümmern, seinen Geschwistern eine überzubraten, oder endgültig die Meckereien der Schwiegermutter zu beenden. Der Feuerwahlhebel sitzt fest am Body und rastet sauber ein, sodass mehr Druck ausgeübt werden muss als man von anderen AK-AEG´s gewohnt ist. Ein deutliches „Klack“ signalisiert das der jeweilige Modus eingerastet ist.

Das Top Cover ist AK-typisch aus Blech und hat leider keine “Top-Rail” zur Montage diverser Zieloptiken. Die Vorrichtung ist seitlich und bedarf einer extra Klemmvorrichtung oder aber ein Kobra-Sight, PSO-Scope o.a. Der Schaft der AKS-74 ist aus Kunststoff und wirkt recht stabil. Kein Spiel, kein Klappern, das Ein- und Ausklappen funktioniert tadellos, der Kunststoff ist leicht rau und hat ein schönes Finish, welches auch für den vorderen Handschutz gilt. Der Griff wirkt etwas glänzend, an dieser Stelle könnte E&L noch mal nachlegen und etwas matteres verbauen. Die Sling-Aufnahme an der Schulterstütze befindet sich vom Schützen aus rechts, das hat mit dem Klapp-Mechanismus zu tun. Die Sling-Aufnahme vorne hingegen ist links. Der Body ist beeindruckend, er wirkt leicht bläulich .gebürstet und sieht meiner Meinung nach aus, als wenn er von einer echten AK stammen würde. Er wirkt sehr massiv und sieht einfach nur geil aus. Die F-Markings befinden sich erfreulicherweise auf der Unterseite, vorderhalb vom Magazinschacht so das sie nicht auf Anhieb ins Auge fallen. Besonders für Sammler ein schönes Merkmal welches schon die ein oder andere AEG entstellt hat. Weitere Markings befinden sich auf der linken Seite – dort ist ein Stern mit der Nummer 92 und eine Seriennummer eingestanzt. Diverse Nieten und Prägungen sind vorhanden und wirken stimmig. Die Visierlinie ist AK-typisch relativ flach gehalten und für den ein oder anderen gewöhnungsbedürftig. Bei der Kimme scheint diese vom Original zu stammen, das Teil ist aus Stahl gefertigt und macht nicht den Eindruck das es so leicht bricht wie beim ein oder anderen Hersteller. Die Zahlen sind deutlich zu lesen und in weiß aufgebracht. Die Verstellung ist äußerst stramm, sodass sich hier von alleine nichts verstellen wird. Allerdings kann hier nur die Höhe angepasst werden, eine seitliche Verstellung bietet die AK nicht. Der gesamte Frontbereich macht einen super Eindruck, der Lauf wirkt als wenn man – von der Stabilität her – auch mühelos ein echtes Projektil daraus abfeuern könnte.  Genauso wirkt der Mündungsfeuerdämpfer ebenfalls so, als wenn er vom Original stammt. Im Gegensatz zu handelsüblichen AEG´s ist hier kein 14 mm Negativgewinde im Einsatz, sondern ein 24 mm Gewinde. Normale Silencer oder andere Mündungsfeuerdämpfer können nicht verwendet werden. Das Magazin ist wie bei der modernen AK üblich aus Kunststoff und sitzt wackelfrei im Schacht.

Technisch gesehen ist auch hier bei der E&L nichts Innovatives vorhanden. Einzig und allein der onepiece Cylinder Cylinderhead wäre erwähnenswert. Druckverlust ist hier absolut unmöglich. Was mich wirklich richtig stört und für mich absolut nicht nachvollziehbar ist, warum auch hier kein Mosfet verbaut wurde. Bei der Cyma hatte ich aufgrund vom Preis noch irgendwo eine Art Verständnis, dass Cyma sich auch nicht als “Edelschmiede” sieht, aber bei der E&L AK hab ich da null Verständnis. Da wird optisch so ein geiles Teil hingelegt, Dean Stecker, onepiece Cylinder, verstärkte Gearbox, Stahlgears und dann kommt die mit einer ordinären Switch Unit um die Ecke?? Leute wir haben 2019, das sollte in der Preisklasse Standard sein. Ebenfalls wurde nur ein Piston mit 3 Stahlzähnen verbaut, der von der Stabilität her zu wünschen übrig lässt. Wer mit dem Gedanken spielt sich eine E&L zuzulegen, sollte sich von vorneherein einen neuen Piston zulegen und das Mosfet nachrüsten. Bisher hatte ich noch keine Jams, aber in Verbindung mit einem 11.1 V Akku leidet die Switch-Unit ungemein und wird der Leistung nicht lange standhalten. Kommen wir zu der größten Schwachstelle der AKS-74… das Hop-Up. Die Unit selbst ist aus Metall und der schiebe Regler ist eigentlich genauso zu erreichen und verstellen wie bei anderen AK´s, jedoch ist das Gummi leider nicht der Hit und sollte getauscht werden. Das originale Gummi ist etwas zu hart weswegen ich ein anderes vergleichbares Gummi eingebaut habe. Seitens Shop-Gun wurde hier ein Omega ähnlicher Tensioner eingesetzt, dieser arbeitet hervorragend.
Das Hop-Up lässt sich fein justieren. Man sollte hier aber wirklich vorsichtig dosieren, wenn zu viel Hop drauf gegeben wird, bleiben die BB´s stecken.

Der Schusstest

Der Schusstest fand unter gleichen Bedingungen statt wie auch bei der AK von Cyma und zwar auf 30 Meter.
Die Bedingungen waren durchschnittlich und es wurde mit 0,28 BB´s von G&G geschossen.
Wer sich das Schussbild nun ansieht stellt fest, dass alle Treffer oberhalb der Mitte eingegangen sind. Diese Tatsache ist zu vernachlässigen, da ich mit Kimme und Korn geschossen habe, kann es an meiner Zielfertigkeit gelegen haben. Wichtig ist wie eng die Treffer zusammen liegen und hier tun sich beide Modelle nichts.

Das Fazit

Fassen wir zusammen: schlechtes HopUp Gummi, unbrauchbarer Piston, kein Mosfet. Würde ich mir die AKS-74 MN kaufen? AUF JEDEN FALL! Trotz der genannten Kritik Punkte, liegt eine AK vor mir die den Vergleich nicht zu scheuen braucht – das Erscheinungsbild ist 1A. Man hat wirklich den Eindruck ein scharfes Modell vor sich zu haben und nichts wirkt billig, mit Ausnahme des Pistolengriffs. Dieser könnte für meinen Geschmack etwas matter ausfallen. Die ganze AK wirkt dermaßen massiv und edel, das man über die Punkte hinweg sehen kann. Wer dazu in der Lage ist 400 € für ein Spielgerät auszugeben, der wird auch noch die paar Euro für einen Piston, ein Gummi und ein Mosfet haben. Sicherlich ist es ärgerlich noch mal Geld zu investieren. Allerdings wir haben die Kritikpunkte weiter gegeben und wer weiß, vielleicht schafft E&L die Mängel ab, man darf ja mal hoffen. Trotzdem hatte ich mit der E&L einer der hochwertigsten AK´s im Airsoftbereich in der Hand die ich kenne. Wer auf klassische AK-Designs steht oder sich selbst als Sammler sieht sollte hier zuschlagen. Sicherlich gibt es auch noch andere Hersteller die das noch besser können, aber E&L bietet aus meiner Sicht eine gute Mischung aus Preis/ Leistung. An dieser Stelle noch mal ein Danke an Shop-Gun, die uns die AK74 zur Verfügung gestellt haben.

Weiteres Anschauungsmaterial

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