Gate Titan

Was Mosfets an geht bin ich ein gebranntes Kind. Als damals die ersten selbstgelöteten Mosfets eingebaut wurden, habe ich mich vehement dagegen gesträubt, ein so anfälliges Bauteil zu verbauen. Irgendwann begann ich selber stümperhaft zu löten, natürlich mit falschem Equipment, sodass die Mosfets und Akkus schon das ein oder andere Mal leicht anfingen zu brutzeln.

Dann kamen die ersten fertigen Mosfets, ich baute schnell die Gate Mosfets wie das ASR oder AAB ein, die liefen ganz gut. Mit der Jefftron Prozessor Unit begann bei mir der Hype für Drop In Mosfets, der sich, nach einem Jahr, in Hass umwandelte, sodass alle wieder aus den Kniften raus flogen.

Und nun soll ich wieder so ein tolles und vor allem extrem teures Mosdings einbauen. Naja ich weiß ja nicht…

Gate Titan Mosfet

Dieses Mosfet fällt unter die Kathegorie „Dop-in-Mosfet“, was bedeutet, dass die Switch Unit durch eine Platine mit allem Möglichen elektronischen Schnickschnack in die Gearbox ersetzt wird.
Gekauft kann diese direkt auf der Seite des Herstellers oder in deutschen Shops (siehe dazu Rechtliches unten). Es gibt die Möglichkeit das Mosfet im Komplett Set zu bekommen oder nur die reine Platine zum Verbauen, falls der Rest schon vorhanden ist. Das Komplett Set kostet ~160€, nur die Platine kann man für 100€ erwerben.
Update: Genau heute hat Gate Electronics bekannt gegeben, dass das Titan Mosfet jetzt auch als Basic Version mit einer anderen Firmware ausgeliefert wird. Zur Zeit, mit der laufenden Rabattaktion, kostet es nur 70€ (beim Hersteller ohne Reg.Lock). Ein Erweitern auf den vollen Funktionsumfang würde eine einmalig etwas kosten.

Erster Eindruck

Kennt ihr dass, wenn Ihr eine neue Grafikkarte kauft? Die Karte kommt, der Karton ist toll designed, alles macht einen geil darauf das Monster einzubauen und zu testen. Dasselbe Gefühl kam bei mir bei der Titan auf. Die Verpackung ist die edelste, die ich im Airsoft jemals zu Gesicht bekommen habe, modern designed und sehr sexy. Bei öffnet findet man sauber angeordnet, in Schaumstoff eingelegt alle schönen Teile die man so brauch für die Titan, die da wären:
Das Drop-In-Mosfet mit Kabelbaum, die Progammierkarte, der USB Link, ein USB Kabel, das Installation Kit mit allen Steckern und Schrumpfschläuchen die man brauch, drei Kurzanleitungen.

  

Rechtliches (alle Angaben ohne Gewähr!)

Da das Mosfet in Tschechien gefertigt wird, können natürlich auch Feuermodi mit Burst und Voll Automatik programmiert werden. Der Besitz ist also legal, der Einbau nicht, solange die Waffe ein F besitzt (VollAuto nur für 0,5J). Wenn ihr das Mosfet über einen deutschen Händler bezieht, werden alle illegalen Feuermodi deaktiviert sein – der sogenannte “Region Lock” ermöglicht dies. Dies können nur die deutschen Shops über ein spezielles, für Endbenutzter nicht käufliches Tool einstellen. 

Der Einbau

Da die Montage schwer zu beschreiben ist, habe wir ein paar Kameras dazu gestellt, sodass ihr ungeschönt alle Schritte und Herausforderungen beim Einbau nachvollziehen könnt.

Die Features

Die Waffe kann via Programmierkarte oder am Computer mit einer speziellen Software programmiert werden. Hier ein paar Screenshots der Programmierung am PC

Was kann man also alles einstellen? Gefühlt Alles, wobei das Gefühl täuscht, denn viele Einstellungen beziehen sich auf Burst Modi o.ä. welches für viele Spieler nicht interessant ist.
Ich möchte euch einen groben Überblick über die Einstellmöglichkeiten liefern.
Auf der Startseite seht ihr die Softwarestände. Mein Gate wurde mit 1.9 ausgeliefert, sodass ich direkt ein Update anstoßen konnte. Unter Settings kann man die spezifischen Einstellungen vornehmen, die das Titan so bietet. Dabei findet man dort auch Möglichkeiten, die auf der Programmierkarte nicht zu finden sind. 

  • Der Feuermodus ist, dank Region Lock, bei mir ausgegraut, also Semi Only. Hinweis – auf der Karte kann man den zwar ändern, jedoch bewirkt das keine Änderung, es bleibt Semi only.
  • Pre Cocking spannt den Piston vor. Der Vorteil ist, dass nach dem Triggerdrücken der Piston nicht erst aufgezogen sondern direkt losgelassen wird. Nachteil ist die dauerhafte Last auf den Gears.
  • Sniper Delay ist für alle DMR Settings interessant, denn hier lässt sich eine Verzögerung im Trigger einstellen. Nach dem Schuss vibriert der Motor nach X Sekunden und dann kann erst wieder geschossen werden. Endlich haben wir die Möglichkeit eine richtige DMR zu bauen, die nicht wie jede andere SAEG trotzdem noch schnell getriggert werden kann.
  • Die Lipo Sicherung empfehle ich auf Auto und 3,4V zu stellen, um das Tiefenentladen des Akkus zu verhindern.
  • Die 30 Schuss Funktion hab ich noch nie getestet. Angeblich simuliert, durch nicht-schießen, eine leeres 30 Schuss Magazin. Anstelle des Bolt Catches muss man die Waffe einmal auf Safe und wieder auf Semi stellen um “nachgeladen” zu simulieren. Da ich nach größerer Feuerpause automatisch auf Safe stelle bringt mir die Einstellung wenig. Aber es zeigt potential für richtige “Empty Mag” Simulationen ala Systema.
  • Der schon beschriebene Region Lock wird ist, wie schon beschrieben, ausgegraut und kann nur von deutschen Shops via speziellem USB Link programmiert werden.

Die restlichen Programmiermöglichkeiten habe ich teilweise selber noch nicht durchgearbeitet, ihr könnt Sie hier nachlesen!

Mein Fazit

Ich bin absolut begeistert von dem Mosfet. Es macht aus einer normalen ICS Waffe ein reines Monster, ohne weiteres Tuning. Für Speedgames im CQB ist die Trigger Response genial, mit noch mehr Tuning kann man eine enorme Geschwindigkeit aus der Waffe raus holen. Natürlich kennen wir keine Langzeittests und auch mit den Lichtsensoren bin ich etwas skeptisch, wie anfällig die sind. Aber für das Geld bekommt man hier wirklich etwas geniales, testet es selber. Das Mosfet zieht jedoch einiges an Strom aus den Akkus, ihr solltet auf jeden Fall qualitative Hochwertige Lipos nutzen.

Bilder

     

About HawkEye

Ich bin nun seit acht Jahren im Airsoft unterwegs. Die Anfänge bestanden aus viel Einlesen in die Materie und immer wieder zocken fahren. Da ich mich nie an ein Team binden konnte, hatte ich schnell umso mehr Beziehungen zu vielen Spielern und Teams geknüpft und war regelmäßig als Gastspieler hier und da unterwegs. Damals galt die Area E als Stammspielfeld und oft ging es auch in die gute alte Kent School. Die Entwicklungen der neuen Spielfelder, von the Hill bis Weeze, machte ich alle als aktiver Spieler mit. Heute bin ich überall unterwegs wo gute Spielfelder und vor allem gute Spieler unterwegs sind.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

CAPTCHA *