S&T STSR 1 – Größer, schwerer, besser?

S&T STSR 1 im Review bei Klotzi

Die Kategorie der Scharfschützengewehre kam bisher ja immer etwas zu kurz bei Combat-AS, was sich aber mitunter anhand der überschaubaren Modelle am Markt erklären lässt. Wenn es nicht gerade ein Derivat der Tokyo Marui VSR-10 ist (deren Technik in vielen Fällen als Basis genutzt werden kann), dann findet man in diesem Bereich die üblichen Verdächtigen (L96, SVD Dragunov und Konsorten), aber auch einige Exoten wie in unserem Falle die S&T STSR1, die baugleich mit der ARES DSR-1 ist und eben jenem realen Modell, der DSR 1 von DSR Precision, nachempfunden ist.

Hintergrund:

Die DSR-precision DSR 1 wird vom deutschen Unternehmen DSR-precision GmbH entwickelt und hergestellt, die das Gewehr als Präzisionsschützengewehr bezeichnet. Bei der Entwicklung wurde besonders viel Wert darauf gelegt, die Waffe möglichst kurz zu halten, weshalb man sich für eine Bullpup-Bauweise entschieden hat, bei der das Magazin hinter dem Griffstück sitzt. Ursprünglich wurde das Gewehr für das Kaliber .338 Lapua Magnum entwickelt, weitere Kaliber folgten und waren durch Modifikation möglich. Serienmäßig verfügt das Gewehr über einen Erdsporn sowie einem hängend gelagertem Zweibein mit einer sphärischen Aufhängung und einer verlängerten Picatinny-Schiene für die Montage von Zielfernrohren und weiteren Accessoires.

Lieferumfang:

Die S&T STSR 1 kommt in einem großen, vollfarbig bedrucktem Karton daher, der neben dem Herstellerlogo auf der Front mit “S&T Airsoft Gun Series” in großen Lettern und auf der Seite recht offenherzig mit einem Bild präsentiert, was enthalten ist. Im Inneren erwartet uns schwarzer Schaumstoff, der über Formausschnitte verfügt und somit Waffe und Magazin sicher transportiert. Neben Waffe, zwei Magazinen und einer Bedienungsanleitung befinden sich haufenweise Säckchen Feuchtigkeitsfänger im Karton, das war es dann aber auch schon mit dem Lieferumfamg.

Tech-Specs:

Das Biest mit dem Namen STSR 1 ist mit einem CNC-gefrästen Upper Receiver aus Aluminium versehen, der Lower und der Griff bestehen aus verstärktem Polyamid-Kunststoff. Insgesamt bringt das Gewehr mit 2 Magazinen fast 7 Kilo auf die Waage und überzeugt mit einer Gesamtlänge von knapp einem Meter. Natürlich ist das Hop-Up einstellbar, die mitgelieferten Magazine fassen jeweils 23 BBs und die Hersteller-Leistung liegt, je nach verbautem Ventil, zwischen 0,7 und 2J.

Der erste Eindruck:

“Was ein Teil.” Jeder, der auch nur einen Hauch für moderne Gewehre übrig hat, wird dem STSR 1 beim ersten Blick hemmungslos verfallen. Das Gewehr ist fantastisch verarbeitet, das Finish (in unserem Falle dunkelgrün) überzeugt, es liegt phänomenal in der Hand. Das schiere Gewicht trägt zum mehr als wertigen Eindruck der Waffe bei, dank vergrößertem Abzugshebel ist auch das Handling mit Handschuhen problemlos möglich. Es gibt keine scharfen Kanten, Grate sucht man vergebens – Das einzige, was das Gesamtbild in unserem Falle etwas trübt ist zum einen das F-Marking, welches überdimensional an der Seite prangt (da bietet das Gewehr wesentlich bessere Plätze, wo eine dezentere Anbringung möglich wäre) und die leicht unsaubere Färbung der Gravur, die etwas verwaschen wirkt.

Originalmarkings wird man auf dieser Variante nicht finden, dafür prangt die Kaliberangabe “.338 Lapua Magnum” auf dem Mündungsfeuerdämpfer. Das Zweibein ist freischwingend montiert was leider dazu führt, dass das Finish durch die Füße schnell in Mitleidenschaft gezogen wird und Kratzer aufweist. Ich habe das Gewehr mit auf einem Outdoor-Feld in Holland gehabt und beide Magazinvarianten getestet. Das “reguläre” Magazin liefert beim Chronen mit 0.20er BBs Joule-Werte zwischen 0,8 und 1,0 (es waren ca. 20° Außentemperatur), das Magazin mit Highflow-Ventil schafft es im Schnitt auf 2,2J. Aufgrund seines Gewichts ist das STSR 1 tatsächlich ein Gewehr, welches man am besten in einer Stellung positioniert und diese Stellung auch hält. Ich bin schwere Gewehre gewohnt, aber 7 Kilo über das Spielfeld tragen ist im Verlaufe eines Spieltages schon eine Nummer, die sich bemerkbar macht. Dank des kurzen Repetierweges sind auch schnellere Schußfolgen kein Problem, der Kammerstengel bewegt sich fließend und zügig und selbst mit meiner quasi nicht vorhandenen Erfahrung als “Scharfschütze” waren sehr gute Hits auf Distanzen von bis zu 50, 60 Metern möglich – Zumindest solange, wie die Gegner meine Position nicht kannten.

Schusstest:

Hier muss ich voraus schieben, dass ich von vorneherein dazu rate, die Highflow-Ventile in den Magazinen zu verbauen. Ja, 0,8J können ausreichen, aber die Reichweite und die Geschwindigkeit der BBs ist damit eher weniger überzeugend für ein Scharfschützengewehr. Mit den Highflow-Ventilen sieht die Sache schon anders aus: Das Schussbild zeigt eine saubere Trefferfläche mit geringer Streuung, die sich erst jenseits der 50-Meter-Marke aufspreizt. Da es natürlich auch für die STSR 1 Tuningoptionen gibt denke ich, dass eine Laufoptimierung und ein anderes Hop-Up völlig ausreichen um auch oberhalb der 50m alles ins Ziel zu bringen.

 

Fazit:

Auch wenn die S&T STSR 1 jetzt nicht mit zahlreichem Zubehör im Karton aufwartet ist es für Leute, die gerne außergewöhnliche Gewehre besitzen / benutzen ein idealer Kandidat. Futuristisches Design gepaart mit solider Technik braucht keinen Schnickschnack, sondern überzeugt direkt in dem Moment, in dem man sie in die Hand nimmt. Blicke und spontane Fragerunden auf Spielen sind absolut garantiert, was viele dann im nächsten Moment abschreckt ist das Gewicht. Solides Finish, Bullpup-Bauweise hin oder her, 7 Kilo sind eine Hausnummer, die man vorher klar überdenken sollte. Das Gewehr hat eine sehr gute “Out of the box”-Performance und ist einfach ein optischer Leckerbissen, da benötigt man keinen zusätzlichen Schischi im Karton. Ein paar Dinge überschatten leider den durchweg positiven Gesamteindruck, was aber letztlich nur optische Auffälligkeiten sind: Das F-Marking und die verwaschene Gravurfärbung ist definitiv verbesserungsbedürftig, weiterhin tragen die durch das Zweibein entstehenden Kratzer zur Authentizität und dem “Battle-Worn”-Look bei, aber versauen eben auch das affengeile Finish der S&T STSR 1.

Wer also gerne große Teile mit sich herum trägt und etwas sucht, was aus den gängigen Scharfschützengewehren hervor sticht, der ist mit dem S&T STSR 1 bestens bedient. Natürlich gibt es die Waffe auch noch in anderen Farben, also sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Das Gewehr wurde uns freundlicherweise von BEGADI zur Verfügung gestellt, kaufen könnt Ihr es unter folgendem Link:

https://www.begadi.com/s-t-stsr1-sniper-rifle-olive-frei-ab-18-j.html

 

Alle Bilder der S&T STSR1

About Klotzi

Klotzi ist kein gewöhnlicher Airsoft-Spieler, sondern kam über das LARP-Hobby in die Szene. Sein Interesse liegt eher im darstellenden Bereich und er ist bei Combat-AS der Mann für GBB-Waffen – Wenn es um optische Modifikationen oder Paintjobs geht ist man bei ihm an der richtigen Stelle. Als Schönwetter-Spieler findet man ihn meistens auf der Area-M in Koblenz oder anderen Outdoor-Feldern.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

CAPTCHA *